Als ich hörte, dass Jon Hicks ein Buch verfasst, war ich erstaunt und positiv überrascht. Der Mann, der einst das Firefox-Icon entwarf und somit etwas geschaffen hat, was vor so vieler Menschen Augen wienahezu selbstverständlich auftaucht und dennoch so auffällig gut ist, wird nun darüber in einem Buch berichten? Wie seine Familie im Zitate des Einbandes schon ankündigt, würde ich das Buch lesen, egal ob es langweilig ist. Jedoch entpuppt es sich als alles andere als das. Schlecht hätte es als einziger Spross seiner Gattung auch gar nicht werden können, da es das einzige Buch zum Icondesign ist, wie wir es heute kennen. Was macht also das Buch so gut? Was bringt es und was lässt es?

Zurück in die Zukunft

Icondesign ist so viel. Laut vielen Büchern ist Icondesign auch gleichzeitig Logodesign, weswegen es wohl mehr Bücher zu diesen Themen gibt, als zum Icondesign selbst. The Iconhandbook beschäftigt sich jedoch nicht lange mit  mit der Trennung beider, sondern stellt ganz klar, um welche Form von Icons es sich hier dreht: Piktogramme, UI und Applikationen. Dass die Grenzen heutzutage, vor allem zwischen App-Icons und Logos, klar verschwimmen, ist natürlich klar. Icondesign ist ein Bereich, der sich stetig verändert und seine Wurzeln bei den Hyroglyphen findet und heute auf unserem Computer weitergeht. Jedoch befasst sich das Buch nicht allzu lange mit der Vergangenheit! Sondern arbeitet an aktuellen Fallbeispielen:

Piktogramme, Favicons, App-Icons und Dateiformate.

Wir definieren Icondesign

Wir, die User und Designer, definieren Icondesign und seine Einsatzzwecke. Aus genau dem Grunde arbeitet Jon Hicks in seinem Buch mit allerhand Interviews mit Großen der Branche. Ob mit der Iconfactory, die ihres Zeichens Erschaffer von Iconsets für Windows XP und Longhorn sind, oder Jasper Hauser, der seit Jahren den Mac mit innovativen Interfaces und Iconsets bestückt. Verzichtet wird auf unnötiges Geschwätz und geglänzt mit Fragen über den eigenen Workflow und anwendbare Ideen für den eigenen Arbeitsablauf. Die ganze Historie des Icondesigns zum Anfassen, quasi.

Favicons? Wirklich?

Etwas überrascht war ich über den (recht ausführlichen) Part zum Thema Favicons. Sicher ist dies ein wichtiger Teil eines Designprozesses aber ein ganzes Kapitel ist hier wohl nicht notwendig. Gerettet wird es dann aber noch durch die Vorbereitung von Icons und Bildern für iOS- und Android-Geräte (Hier ein guter Artikel zu dem Thema), falls Vorschaubilder für z.B. Operas Kurzwahl benötigt werden.

Zusammenfassung

The Icon Handbook ist ein großartiges Buch, das ein recht unerforschtes Feld beleuchtet. Sollte es bald mehr Literatur zu diesem Bereich geben, wird dieses Buch durch den Mix aus Theorie und Praxis weiterhin die Spitze anführen. Eine wirkliche Empfehlung!