Viele Artikel im Internet und auch allerlei Bücher verfolgen den Zweck uns mit Inspirations-quellen auszustatten. Lerne dies, erwerbe das: Auch wir schrieben schon über die Ideenfindung im Netz. Doch ist die Idee erst einmal angekommen (Ideen wie beispielsweise ein App für den Foto-Austausch unter Taxifahrern oder andere geniale Nischen-Produkte), muss diesem Gestrüpp an Gedanken erstmal jemand Herr werden.

Zur Lösung dieses Problems habe ich mir “Making Ideas Happen” zugelegt. Ein Buch, dass auf Seiten wie Behance oder The99Percent häufig angepriesen wurde und mit der Zeit auch mich als Käufer überzeugt hat. Ein Designer kann schließlich nicht genug an seiner Produktivität arbeiten, nicht wahr? ”Making Ideas Happen”  ist ein Leitfaden zur Kanalisierung von Ideen, bis hin zum fertigen Produkt. Aber warum kanalisieren? Dafür hat das Buch eine Regel parat:

100 (Kreativität) x 0 (Organisation) = 0 (Effekt)

Scott multipliziert kreative Leistung mit Organisation, um den Effekt des Ergebnisses zu ermitteln. Ein Wert von 100 (Kreativitätsfaktor) multipliziert mit 0 (0 = keine Organisation) ergibt also 0 als Ergebnis uns so nur wenig Effizienz. Nimmt man aber 50 x 2, erhält man 100% Effekt. Eine sehr hübsche Veranschaulichung, wie auch wenig kreative Ideen durch genügend Organisation und Motivation zu einem erfolgreichen Projekt geführt werden können.

Notwendig sind 1% Idee und 99% Ausarbeitung

Der Grund für diese Behauptung ist die Aussage von Thomas Alva Edison (1847 – 1931), seines Zeichens Erfinder vieler Dinge, die wir in unserem Haushalt (und dem US-Rechtssystem, Stichwort “elektrischer Stuhl”) als selbstverständlich ansehen. So sagt er:

Genius: one percent inspiration and 99 percent perspiration.

Ziel ist also nicht die Ideenfindung, sondern die Ausarbeitung selbiger. Es werden Beispiele, Möglichkeiten und Techniken aufgewiesen, die eine Realisierung vereinfachen. Eine Methode, die sehr ins Zentrum gestellt wird, ist die “Action Method”. 

The Action Method

Ein weiterer sehr interessanter Punkt des Buches ist die Action Method. Sie besteht aus drei Kernpunkten:

Action Steps

Action Steps lassen sich prinzipiell als ToDos erklären. “Entfernen des grünen Hintergrunds im Header”, “Einkaufen von Eiern für Pfannkuchen” quasi Schritte, die dem Team derzeit möglich und zu erledigen sind. Keine Langzeit-Aufgaben, sondern eher akute Punkte, die zu behandeln sind.

Backburner Items

Diese Inhalte werden gesondert von den Action Steps aufbewahrt. Langzeit-ToDos wie “Am Ende der Entwicklung über Mobilseite sprechen” etc. Schwirren diese Punkte nämlich zwischen den Action Steps rum, obwohl sie noch gar nicht machbar sind, demotiviert es, da die Liste einfach nicht fertigzustellen ist. Weitere Punkte können auch einfache Ideen oder Notizen aus Meetings sein.

References

References sind Informationen wie Links, Fotos, Skribbles und Co., die zur Erledigung der Arbeit von Nöten sind. Du hast einen Link gefunden, der uns die Arbeit am Slider der Startseite vereinfacht? Gerne, rein in die References und später wiederverwendet. So hat man eine zentrale Stelle für Linksammlungen und Inhalte, die (bestenfalls) geräteunabhängig fungiert.

Software?

Programme, die diese Punkte vereinen können, gibt es wie Sand am Meer. Sicher lassen sich verschiedene Lösungen verbinden (Wunderlist und iOS Notizen z.B.) aber zusammengefasste Lösungen sind sicherlich empfehlenswert. Für uns tut Kickoff (Mac) hier einen guten Dienst. Bis zu einem gewissen Kostenlos, bietet es genug Fassungsvermögen für ToDos, Notizen und Kollaboration. In diese Richtung wird Wunderkit bald wohl auch zielen. Da das Buch aus dem Hause Behance.net stammt, hat man dort auch eine eigene Webapplikation auf den Weg gebracht, die genau nach den Vorgaben des Buches agiert. Für Freunde von Webapps auf jeden Fall einen Blick wert.

Resumé

Wer Ordnung in seinen Workflow bringt, kann hier sicher wertvolle Nerven und sicherlich auch Zeit sparen. Scott Belsky sorgt in seinem Buch für allerhand Aha-Momente, die viele Kreative schon lange suchen. Vor allem Freelancer begrüßen die Optimierung ihrer Arbeitsstrukturen und können von diesem Buch nur profitieren. Lediglich die deutsche Übersetzung fehlt. Wem das aber egal ist, der kann mit “Making Ideas Happen” allerhand auf die Beine stellen.

Amazon: Making Ideas Happen

Mehr Infos: Making Ideas Happen

Twitter: The99Percent , Scott Belsky, Behance